Urner Ereignisse vor einem Jahr (2015)
Mittwoch, 25. Mai 2016
Im Ereignisfall ist Urner Know-how im Tunnel gefragt
Im Ereignisfall im Gotthard-Basistunnel rücken vor allem Urner Einsatzkräfte aus. Die Kosten übernehmen die SBB. Bereits im Juni 2014 hatten die SBB mit dem Kanton Uri eine Vereinbarung getroffen bezüglich Umsetzung des Interventionskonzepts Nord während der Vorbereitungs-, Schulungs- und Aufbauphase. Diese Zusammenarbeit soll nun per 1. Juni durch eine neue auf die Betriebsphase ausgelegte Vereinbarung abgelöst werden. Das Interventionskonzept Nord für den Gotthard-Basistunnel wurde von einer gemeinsamen Projektorganisation der SBB sowie der Kantone Uri und Tessin erarbeitet. Ziel ist es, im Ereignisfall innert einer bestimmten Zeit eine rasche Rettung gefährdeter Personen zu ermöglichen. Das Konzept legt die Aufgaben der Urner Einsatzkräfte im Bereich der Schadenwehr fest. Es umfasst das Gebiet vom Bahnhof Altdorf bis zum Tunnelportal Nord in Erstfeld sowie die Tunnelabschnitte Uri und Graubünden. Der Kanton Uri stellt dabei die Einsatzbereitschaft der Ereignisdienste durch bestehende Milizorganisationen sicher. Betroffen ist insbesondere die Chemiewehr Uri, deren Bestand von 50 bis 55 auf 65 bis 70 Angehörige erhöht wurde. Die Chemiewehr muss im Ereignisfall innert kurzer Zeit die benötigte Anzahl Einsatzkräfte vor Ort bringen. Hierfür musste die Chemiewehr Uri teilprofessionalisiert werden. Zudem musste die Ausrüstung für rund 865000 Franken ergänzt werden. Dieses Material wurde weitgehend durch die SBB angeschafft und vollumfänglich durch sie finanziert. Weiter stehen hohe Ausbildungskosten an, die ebenfalls von den SBB übernommen wurden. Ebenfalls Teil des Konzepts ist der Rettungsdienst des Kantonsspitals Uri, der vom Pikettsystem auf Schichtbetrieb umgestellt hat.
Im Ereignisfall gelangen die Einsatzorganisationen in vier Phasen zum Einsatz. In der ersten Phase haben innert 15 Minuten nach Alarmierung fünf Angehörige der Feuerwehr des Lösch- und Rettungszugs sowie zehn Angehörige der Chemiewehr Uri und zwei Rettungssanitäter den Einsatz sicherzustellen. Die weiteren Einsatzaufgaben werden durch 30 Angehörige der Chemiewehr Uri, der Feuerwehr Erstfeld und der Feuerwehr Silenen übernommen. Dies erfordert eine Verfügbarkeit innert 45 Minuten. In der dritten Phase – innert 60 Minuten – wird die Feuerwehr Altdorf mit 20 Angehörigen als Reserve für weitere Einsätze aufgeboten. Zusätzliche Reserveformationen sind zehn Angehörige der Schadenwehr Gotthard und vier Angehörige des Lösch- und Rettungszuges Rotkreuz. In einer vierten Phase (innert 90 Minuten) werden im Sinne der Nachbarschaftshilfe zusätzlich Angehörige der Feuerwehren Schwyz, Sarnen, Luzern sowie der Chemiewehren Emmen und Zug auf den Einsatzort geführt.
Quellen / Literatur:
UW 36, 7.5.2016, S. 3.
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Mittwoch, 25. Mai 2016
Regierung lehnt eine differenzierte Stromabgabe ab
Importierter und in der Schweiz produzierter Strom aus nicht erneuerbaren Energiequellen wie Uran, Gas, Diesel oder Kohle soll teurer werden: Das fordert Landrat Alf Arnold (Grüne, Altdorf). Vor eineinhalb Jahren hat er daher eine Motion eingereicht. Darin wird die Regierung aufgefordert, eine Standesinitiative zur Erhebung einer differenzierten Stromabgabe einzureichen. Die Abgabe soll die externen Kosten teilweise ausgleichen und damit der Benachteiligung einheimischer erneuerbarer Energiequellen – namentlich der Wasserkraft – entgegenwirken.
Im Grundsatz würde eine differenzierte Stromabgabe auf nicht erneuerbaren Energieträgern die wirtschaftliche Situation der Wasserkraft verbessern, trotzdem empfiehlt die Regierung dem Landrat, die Motion nicht zu überweisen. Denn die Motion sei nicht die bestmöglichste Lösung für die Probleme der Wasserkraft. Mit dem auch weiterhin starken forcierten Ausbau der erneuerbaren Energie aus Wind-, Biomasse- und Solarkraftwerken in der Schweiz und in Europa könne die gesamte Nachfrage zunehmend mit stark subventioniertem Strom aus erneuerbaren Energien gedeckt werden. Dies führe, losgelöst vom Überangebot aus Kohle- und Atomstrom, zu einem verstärkten Druck auf die Wasserkraft, insbesondere auf die Laufwasserkraftwerke. Der alleinige Fokus auf den Strom aus nicht erneuerbaren Quellen bei gleichzeitigem Festhalten am Fördersystem der Kostendeckenden Einspeisevergütung löse die Probleme der Wasserkraft somit nicht zufriedenstellend. Vielmehr sei künftig ein wirkungsvolles Lenkungssystem unumgänglich. Der Regierungsrat unterstützt daher einen Wechsel vom Förder- zum Lenkungssystem, wie ihn die Energiestrategie 2050 des Bunds vorsieht. Dabei sollen die verschiedenen Energieträger nach ökologischen Kriterien mit unterschiedlich hohen Abgaben belastet werden. Der Landrat wird die Motion an der Session vom 25. Mai behandeln.
Quellen / Literatur:
UW 36, 7.5.2016, S. 3.
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DAS HEUTIGE DATUM
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