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Samstag, 1. August 2026

Dienstag, 1. August 2006
1.-August-Feiern
Die kurzfristig infolge der regnerischen Witterung vom Gemeindeplatz in die Aula verlegte 1.-August-Feier in Seelisberg stand wie gewohnt ganz im Zeichen der Folklore. Regierungsrat Josef Dittli rief in seiner Festrede dazu auf, den Patriotismus ausgewogen einzusetzen. «Uri ist das kulturelle Herz der Schweiz», so die Aussage von Gastredner Pius Knüsel, Direktor der Schweizerischen Kulturstiftung Pro Helvetia, an der 1.-August-Feier in Altdorf. Diesmal stand die Bundesfeier in Altdorf im Zeichen der Volksmusik statt einer Gastregion. Der Publikumsaufmarsch war einmal mehr riesig. Am 1. August herrscht in Altdorf jeweils bereits am Vormittag Hochbetrieb. An Marktständen werden Waren, Speisen und Getränke angepriesen, der Duft von Magenbrot und Zuckerwatte liegt in der Luft, der Dorfkern gleicht einer Zeltstatt, die Musik spielt, Fahnen schwingen durch die Luft. Ob Sonnenschein oder Regenwetter spielt dabei keine Rolle: Von nah und fern findet man sich in Altdorf ein und feiert den Geburtstag der Schweiz. Die offizielle Bundesfeier konnte in diesem Jahr wegen des schlechten Wetters für einmal nicht vor dem Altdorfer Rathaus stattfinden. Sie wurde ins Zelt auf dem Winkelplatz verlegt. Als Gastredner trat Pius Knüsel auf, Direktor der Kulturstiftung Pro Helvetia, «der oberste kulturelle Schweizermacher». Er vertrat keine Region, wie dies in der Vergangenheit an der Altdorfer 1.-August-Feier der Brauch war, als sich jeweils eine Gemeinde oder eine Gastregion präsentierte. Er sprach als Chef eines virtuellen Landes, des Kulturlandes Schweiz. Er bezeichnete Uri als «das kulturelle Herz der Schweiz». Vor 700 Jahren hätten Altdorf und Uri die Rolle des Trendsetters übernommen. Dank kluger Politik sei dies auch heute noch der Fall. «Kluge Politik ist Kulturpolitik» lautete eine seiner Thesen. Denn kluge Politik gestalte Veränderungen, als Massstab diene die Kultur. Derzeit erlebe die Volkskultur in der Schweiz einen wahren Boom. Mit der Lancierung des Musikfestivals Alpentöne, was bis zur Gründung des Hauses der Volksmusik führte, spiele Altdorf bei diesem Trend eine Hauptrolle. Die Schweiz brauche aber nicht nur Brauchtum, sondern auch provokative Kultur, erläuterte Pius Knüsel. Gemeindepräsident Heini Sommer blickte in seiner Ansprache mit Stolz auf Altdorfs Verdienste in der jüngeren Vergangenheit rund um die Volksmusik zurück. Diese Erfolgsgeschichte sei nur möglich gewesen, weil die Altdorferinnen und Altdorfer zu Beginn der Alpentöne sehr viel Offenheit und Bereitschaft zum Risiko an den Tag gelegt hätten. Heini Sommer bezeichnete die Geschichte der Alpentöne als ein Lehrstück, wie man unverkrampft zu eigenen Stärken stehen und diese geschickt nutzen könne. Als weitere, noch zu wenig genutzte Stärken bezeichnete der Gemeindepräsident die fantastische Landschaft oder die Kleinheit und Überschaubarkeit des ganzen Kantons. Mit der Errichtung eines Naturparks und später vielleicht eines Nationalparks liesse sich Uri als Ferienort in der Schweiz und in Europa bekannt machen, gleichzeitig wäre dies ein Zeichen, dass die Bevölkerung zur Landschaft Sorge tragen wolle. Er begrüsse die Bestrebungen einiger Gemeinden, die Möglichkeit eines Landschaftsparks abzuklären. «Ich wünsche mir, dass wir dieses Mal mit etwas mehr Gelassenheit und Offenheit die Sache angehen», so der Gemeindepräsident in Anspielung auf die vergangene Debatte um einen Nationalpark im Kanton Uri. In einem Gedankenexperiment lud Heini Sommer die Zuhörerinnen und Zuhörer ein, sich zu überlegen, wie man in Uri Siedlungsräume wohl nutzen würde, wenn man sich die Gemeindegrenzen wegdenkt. «Braucht es noch 20 Gemeinden? Die Antwort überlasse ich Ihnen», sagte Heini Sommer. An der 1.-August-Feier in Andermatt sprach traditionsgemäss der Altlandratspräsident (Louis Ziegler), umrahmt von folkloristischen Darbietungen.
Quellen / Literatur: UW 59, 3.8.2006

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Dienstag, 1. August 2006
Bundesfeier auf dem Rütli - Der Regen war der einzige Störenfried
Die Bundesfeier auf dem Rütli ist in diesem Jahr ruhig und friedlich abgelaufen. Dank der fast hermetischen Abriegelung durch die Polizei schafften es Rechtsradikale nur vereinzelt, sich auf Schleichwegen aufs Rütli durchzuschlagen. Markus Rauh rief in seiner Festansprache dazu auf, mutig zu sein und Verantwortung für heute Unpopuläres und nicht Mehrheitsfähiges zu übernehmen. Edwin Amacher, Chefredaktor der Zeitschrift «chorus», und einigen anderen unbescholtenen Bürgerinnen und Bürgern ist am 1. August der Zutritt zum Rütli verwehrt worden. Trotz gültigem Ticket. Gemäss Urner Polizeikommandant Reto Habermacher waren solche Fälle leider nicht zu vermeiden.
Quellen / Literatur: UW 59, 3.8.2006

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Dienstag, 1. August 2006
Der Urner Landammann zum 1. August
Für den Urner Landammann Markus Stadler nutzen Schweizerinnen und Schweizer ihre Vorzüge und Privilegien "allzuoft oft als pure Selbstverständlichkeit". Grund sich zu freuen und dankbar zu sein, hätten wir nicht nur am 1. August. Im Wissen um die "neuen Verhältnisse", in denen sich die Schweiz befindet, ruft er Urnerinnen und Urner auf, "den geschichtlichen Wandlungen unerschrocken entgegenzublicken".
Quellen / Literatur: UW 58, 29.7.2006

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Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 20.09.2021