Urner Ereignisse an einem bestimmten Tag
Mittwoch, 1. August 2007
1.-August-Feier in Seelisberg mit vielen traditionellen Elementen
Regierungsrätin Heidi Z’graggen sagte es laut: Wir sind die Glücklichsten. Grund dafür sind der Föderalismus und die direkte Demokratie. Eine Hommage an unsere politischen Institutionen.
«Die Schweizerinnen und Schweizer sind das glücklichste Volk auf der Erde. Das ist wissenschaftlich erwiesen.» Mit diesen Worten begann Regierungsrätin Heidi Z’graggen ihre Festrede am Nationalfeiertag in Seelisberg und zauberte etlichen Zuhörerinnen und Zuhörern ein Schmunzeln aufs Gesicht. Nebst der Rede der Regierungsrätin zeigte sich Seelisberg von seiner traditionellen Seite. Dazu gehörte Alphornbläser und Fahnenschwinger genauso wie die Gesangsvorträge des Männerchors Seelisberg, die Huismuisig Seelisberg, die Stücke der Musikgesellschaft und die Darbietungen der «Trachtälyt vo Seelisbärg», mit ihren traditionellen Tänzen. Rund hundert Leute nahmen an der Bundesfeier auf dem Gemeindeplatz teil und genossen die tolle Abendstimmung.
Quellen / Literatur:
UW 60, 4.8.2007
-------------------------
|
Mittwoch, 1. August 2007
Alpkiosk beim Fleschsee
Beim Fleschsee wird ein Alpkiosk mit WC-Anlagen und Schutzraum eröffnet. Bis es so weit war, müsste manche Hürde überwunden werden.
Quellen / Literatur:
UW 60, 4.8.2007
-------------------------
|
Mittwoch, 1. August 2007
Bundesrat Blocher hält die 1.-August-Rede in Andermatt - «Freiheit heisst Vertrauen in den einzelnen Bürger»
Für Bundesrat Christoph Blocher war es eine besondere Ehre, im Kanton Uri, einem Urkanton, am Nationalfeiertag zu reden. Er verteidigte in seiner Ansprache die Volksrechte. Für das Tourismusprojekt hat er viel Lob bereit. Dies sei eine einzigartige Chance.
Für den Bundesrat war es eine besondere Ehre, in den Kanton Uri, einen Urkanton, zu kommen und hier am Nationalfeiertag zu reden. «Andermatt hat in den letzten Monaten nationale Schlagzeilen gemacht wegen eines grossen Tourismusprojekts», so Christoph Blocher. «Ich habe gehört und gelesen, wie sich die Bürger des Urserentals mehrmals in der Turnhalle mit Herrn Sawiris getroffen haben und das Für und Wider abgewogen wurde. Das ist urdemokratische Tradition.»
Im Bundesbrief von 1291 stehe: «Wir wollen keine fremden Richter haben.» «Am Anfang steht nur eine Willenserklärung von einfachen Landsleuten, die bereit sind, das Schicksal selbst in die Hand zu nehmen», so Christoph Blocher. «Die Macht soll in die Hände dieser Landsleute gelegt werden. Kurz ausgedrückt: in die Hand des Volkes.» Als Napoleon vor rund 200 Jahren in die Schweiz kam, musste er bald wieder abziehen und sagte: «Mit diesen widerspenstigen Leuten kann man nichts anfangen.» Es sei heute unverkennbar, dass Regierende in der ganzen Welt nach Grösse und Anerkennung streben, merkte Christoph Blocher an. «Oh, dieser ewige Drang nach Grösse! Als ob nicht gerade die Schweiz als Kleinstaat gute Erfahrungen gemacht hätte. Jede Zeit hat ihre - oft selbsternannten - Vögte, die die Macht an sich reissen möchten. Oft nennen sich die modernen Vögte Visionäre. Aber sie rauben dem Mensch nur allzu oft seine Selbstbestimmung, seine Freiheit.»
Die heutige Tendenz, die Volksrechte leichtfertig durch übergeordnetes Recht, eben sogenanntes «Völker-recht» zu ersetzen, nehme beängstigend zu, so Christoph Blocher. «Das ist meine Erfahrung in der letzten Zeit. Und dies ist genau das Gegenteil des Freiheitsbriefes von 1291. Was heisst aber Freiheit? In der Schweiz heisst Freiheit auch und vor allem Vertrauen in den einzelnen Bürger.»
Tourismusprojekt bringt Arbeitsplätze
«Das Urserental ist eines meiner Lieblingstäler», sagte Bundesrat Blocher im nachträglichen Interview. Er habe hier im Gotthardgebiet schon unzählige Wanderungen unternommen. Eine welsche Journalistin sagte dem Bundesrat, dass das Tourismusprojekt ein Ausverkauf der Heimat sei. Dem widersprach Christoph Blocher: Er finde es gut, dass Ausländer in der Schweiz investieren. So gäbe es am Genfersee auch einige bekannte Sportgrössen, die ebenfalls viel Land dort gekauft hätten. Wichtig bei allen diesen Grossprojekten sei, dass das Volk die Selbstbestimmung nicht verliere, meinte der Bundesrat. Nach dem Verlust von Hunderten von Arbeitsplätzen beim Bund und bei der Bahn sei ein solches Grossprojekt wichtig für den Kanton.
Nach Andermatt hatte Bundesrat Christoph Blocher am Nachmittag noch einen Auftritt in Hallau und am Abend in Gruyère. Landrat Paul Bennet war beeindruckt von der Ansprache des Bundesrates: «Es war eine neutrale Rede, Bundesrat Blocher fand einfache Worte, es war schlichtweg eindrücklich.»
Quellen / Literatur:
UW 60, 2.8.2007
-------------------------
|
Mittwoch, 1. August 2007
Micheline Calmy-Rey
Calmy-Rey verurteilt "die Angstmacherei und Verunsicherung".
Bundespräsidenti Micheline Calmy-Rey liess es sich gestern nicht nehmen, auf ihrem Weg vom Rütli ins Wallis in Altdorf Halt zu machen. Die Polizeipräsenz am 1.-August-Dorffest im Urner Hauptort war für den Besuch der Magistratin gross - uniformierte Sonderkräfte, Bodygards in dunklen Anzügen und mit Knopf im Ohr säumten den Weg. Begleitet von Gemeindepräsidentin Barbara Bär, Sicherheitsdirektor Josef Dittli sowie weiteren kommunalen und kantonalen Behördenvertretern schritt sie kurz nach 17.30 Uhr durch die dichte Menschenmenge Richtung Rathausplatz. Rund tausend Zuhörer spendeten ihr Applaus.
Bundespräsidentin Calmy-Rey war gekommen, um zu danken. «Danke dafür, dass Sie auf dem Rütli den Rahmen für eine gelungene Feier geschaffen haben», sagte Calmy-Rey. Sie habe am Nachmittag an einem ergreifenden Fest ohne Störenfriede teilnehmen dürfen. Auf die Feier hätte man keinesfalls verzichten dürfen. «Es kann doch nicht angehen, dass eine Minderheit den Platz für sich beansprucht -und das ausgerechnet am 1. August und ausgerechnet auf der Rütliwiese.» Es handle sich nicht um eine gewöhnliche Wiese, sondern um ein Symbol für die Schweiz; ein Symbol auch für die Rede- und Versammlungsfreiheit.
Über die Durchführung der Bundesfeier auf dem Rütli wurde lange und heftig diskutiert. Insgesamt rund 200 Unbefugte versuchten zwar auf das Rütli zu gelangen, wurden aber von der Polizei abgehalten. Nach der Feier, als die meisten Gäste die Rütliwiese schon verlassen hatten, detonierte jedoch ein Knallkörper.
Ich bin erstaunt, wie viele Bedenkenträger sich im Vorfeld dieser 1.-August-Feier zu Wort gemeldet haben. Die einen fanden es eine Schnapsidee, dass zwei Frauen auf dieser Wiese am heutigen 1. August sprechen. Andere stellten zur Diskussion, ob es sich für eine Angehörige der politischen Linken überhaupt zieme, den Nationalfeiertag auf dem Rütli zu feiern. Wieso denn nicht? Wir Frauen haben mehrere Generationen kämpfen müssen, um die elementaren politischen Menschenrechte im eigenen Land zu erlangen
Für die diesjährige 1.-August-Feier auf dem Rütli stehen 2000 Plätze zur Verfügung. Diese werden wie letztes Jahr in einem Ticketsystem vergeben, wie die Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft (SGG) gestern bekannt gab. Dadurch soll störwilligen Personen der Zugang aufs Rütli verwehrt werden.
Die Eintrittskarten sind mit dem Namen der Berechtigten versehen und nur mit einem Personalausweis gültig. Gemäss SGG hat sich das als Reaktion auf die Vorfälle 2005 eingeführte System mit den persönlichen Tickets und der beschränkten Anzahl Plätzen im vergangenen Jahr bewährt.
Nach langwierigen Micheline Calmy-Rey und Nationalratspräsidentin Christine Egerszegi werden den 1. August definitiv auf dem Rütli feiern. Die Rütlikommission der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft (SGG) hat gestern beschlossen, die Feier durchzuführen. Nachdem sich die Stadt Luzern als Abfahrtsort für die Schiffe zur Verfügung gestellt hat, sei die Machbarkeit für die Feier auf dem Rütli gegeben, heisst es in einer Medienmitteilung. Die Rütlikommission danke der Stadt Luzern und allen weiteren Beteiligten dafür.
Quellen / Literatur:
UW 60, 4.8.2007
-------------------------
|
|
DAS HEUTIGE DATUM
|