Urner Ereignisse an einem bestimmten Tag
Sonntag, 5. Juli 1936
Autofreier Sonntag als Folge des Benzinstreiks
Die in Automobilverbänden zusammengeschlossenen Motorfahrzeugbesitzer der Schweiz beabsichtigen an diesem Sonntag "in einer machtvollen und gut vorbereiteten Kundgebung gegen die Benzinzollpolitik der Eidgenossenschaft" zu demonstrieren. Die Hälfte des Benzinpreises (45 Rappen), den der Fahrer an der Tankstelle entrichten muss, nimmt der Bund ein. Alle Benzinkonsumenten werden an diesem Tag aufgefordert, freiwillig auf den Gebrauch jeglichen Fahrzeuges zu verzichten und, wenn irgendwie möglich, auch zu Hause zu bleiben. Nach Ansicht der Automobilistenverbände haben die hohen Benzinsteuern zum Rückgang im Motorfahrzeugverkehr mitbeigetragen. Die Benzinpolitik habe nach Ansicht der Initianten die Automobilisten auf das schwerste bedroht und untergrabe ihnen den, wenn auch bescheidenen, so doch sichern Boden ihrer Existenz. Gemäss den Urner Zeitungsberichten wird die Stillegung des Autoverkehrs durch die Autoinhaber des Urnerlandes strikte durchgeführt. Kein einziges Urner Auto hat sich blicken lassen, und alle Autoreparaturwerkstätten bleiben geschlossen. Der Transitverkehr durchs Urnerland nach den Alpenpässen Gotthard und Furka ist stark eingeschränkt. Am meisten Freude sollen die Fussgänger und Velofahrer an diesem Autostreik empfunden haben, denn sie durften sich wieder einmal als Herr und Meister der Strasse fühlen."
Quellen / Literatur:
GP, No. 28, 11. Juli 1936; Gisler-Jauch Rolf, Uri und das Automobil – des Teufels späte Rache, S. 223 f.
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DAS HEUTIGE DATUM
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