Urner Ereignisse an einem bestimmten Tag
Dienstag, 8. März 1803
Programm der Priesterschaft zur Hebung der Sitte
Das Priesterkapitel reicht der zuständigen Landeskommission ein ausführliches Programm zur Hebung der während der Revolutionszeit angeblich zerrütteten Sitten und der geschädigten Kirchlichkeit ein. Religionswidrige Schriften seien zu verbieten. Der Landsgemeindeeid solle ergänzt werden durch einen Eid auf die Religion. Die spärlich niedergelassenen Reformierten sollen einen Eid des Respektes auf die «herrschende Religion» schwören. Der Staat wird aufgefordert, bei der Durchsetzung der Sonntagsheiligung, des Besuches von Gottesdienst und Christenlehre mitzuwirken, weil Unwissenheit zum Laster führe. Zur Bekämpfung der vermeintlich grassierenden Ausschweifung, von Geilheit, Hurerei, Ehebrüchen und Laster sei das Strafrecht zu verschärfen. Luxus und fremde Moden müssten verboten werden. Zur Überwachung des Volkes und zur Bestrafung jeglichen Unfugs schlug der Klerus die Einrichtung von dörflichen Sittengerichten vor, bestehend aus Ratsherren, Kirchenvogt und Pfarrer. Das Schulwesen, die Lateinschulen und die Schulen in den Dörfern müsse gefördert werden, wozu die Geistlichkeit ihre Hilfe anbiete. Schliesslich fordert der Klerus die Einsicht in die Kirchengüter und zu seiner Entlastung die Einsetzung von Pfrundvögten. Die Kirchengüter müssten zur Sicherung des Einkommens der Seelsorger unantastbar bleiben.
Quellen / Literatur:
Stadler-Planzer Hans, Geschichte des Landes Uri, Bd 2 b, S. 47 f.
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DAS HEUTIGE DATUM
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