Urner Ereignisse an einem bestimmten Tag
Donnerstag, 15. März 2007
Führerausweisentzüge in Uri - Unerfreulicher Rekord mit Alkohol am Steuer
Ablösung an der Spitze: 2006 sind wegen Betrunkenheit am Steuer mehr Führerausweise entzogen worden als wegen Geschwindigkeitsübertretungen. «Das ist ein unerfreuliches Rekordergebnis», sagt Polizeidirektor Josef Dittli. In den vergangenen zwei Jahren sind die Fälle wegen Angetrunkenheit am Steuer wieder klar zunehmend.
Regierungsrat Josef Dittli und Amtsvorsteher Albert Zopp haben am 15. März die Jahresstatistik 2006 zum Strassen- und Schiffsverkehr im Kanton Uri vorgelegt. 2006 sind insgesamt 16 Administrativmassnahmen weniger verfügt worden als im Vorjahr. Von den 476 Massnahmen waren es 228 Entzüge des Führer- und Lernausweises, und davon ein Drittel (75 Entzüge) wegen Alkohol am Steuer (mit 0,8 Promille und mehr).
Vermehrt hohe Promille
«Auffallend ist auch die Tatsache, dass Entzüge wegen Alkohol- und Drogenkonsum vermehrt auch vorsorglich erfolgen», sagt Albert Zopp. Der Fahrausweisentzug erfolgt auf unbestimmte Zeit, und beim Institut für Rechtsmedizin der Universität Zürich wird eine Fahreignungsabklärung angeordnet. Das heisst: Fahrzeuglenkende haben ein Alkoholproblem. Zu bedenken ist in diesem Zusammenhang auch, dass die Polizei seit zwei Jahren gezielter kontrollieren kann.
Ausweisentzüge wegen überhöhter Geschwindigkeit (64) sind 2006 auf Rang 2 abgerutscht. Das wird insofern relativ, weil 2006 mit den Baustellen auf der Autobahn und der Sperrung der Autobahn nach dem Felssturz in Gurtnellen die Bedingungen im statistischen Vergleich unterschiedlich sind. Und mit der Verkehrsberuhigungsmassnahme in Sisikon gab es weniger Geschwindigkeitsüberschreitungen. Bezogen auf Führerausweisentzüge, Verwarnungen und Aberkennungen, ist die Missachtung der Höchstgeschwindigkeit aber weiterhin die häufigste Ursache für die Auslösung einer Administrativmassnahme. Beinahe 50 Prozent der Verwarnungen waren wegen zu hoher Geschwindigkeit. Rund 45 Prozent der ausgesprochenen Administrativmassnahmen fallen auf die Altersgruppe bis 29 Jahre.
Fahrzeugbestand wächst und wächst
Im vergangenen Jahr hat der Fahrzeugbestand wieder zugenommen. Ende September 2006 waren in Uri 24`645 Fahrzeuge registriert, 486 mehr als im Vorjahr (+2 Prozent). 1970 waren es 6650 Fahrzeuge, 1990 bereits 16`707. Dank dem Leasing komme man schneller zum Auto, meint Albert Zopp. Und viele Haushalte haben heute zwei Fahrzeuge. Von den 24`645 Fahrzeugen sind 16`565 Personenwagen, 2808 Motorräder, 2002 Anhänger, 1226 landwirtschaftliche Fahrzeuge, 1092 Lieferwagen, 588 Ausnahmefahrzeuge, 270 Lastwagen und gewerbliche Traktoren, 52 Kleinbusse und 42 Gesellschaftswagen. Im vergangenen Jahr waren in Uri 490 Schiffe zugelassen, etwas weniger als 2005.
Jedes vierte Fahrzeug hat einen Mangel
2006 sind 7401 Fahrzeuge geprüft worden. Davon mussten 1864 beanstandet werden. Das heisst: Jedes vierte Fahrzeug (25 Prozent) hat Mängel, meistens am Motor, der Kraftübertragung und an der Auspuffanlage, an der elektrischen Anlage (Beleuchtung) und an den Bremsen. «Das ist echt zu viel», meint Albert Zopp.
2006 sind in Uri 901 praktische Führerprüfungen abgelegt worden, in 702 Fällen erfolgreich. Die Erfolgsquote liegt demnach bei 78 Prozent und entspricht der Vorjahresquote. Theoretische Führerprüfungen waren es 865 – mit einer Erfolgsquote von 65 Prozent.
Schwerverkehrskontrollen während 680 Stunden
Die Kantonspolizei Uri führte in Zusammenarbeit mit dem Amt für Strassen- und Schiffsverkehr im vergange-
nen Jahr während 680 Stunden (Vorjahr: 550 Stunden) Schwerverkehrskontrollen durch. Insgesamt wurden 400 Fahrzeuge wegen technischer Mängel beanstandet. 71 Fahrzeuge mussten stillgelegt werden, weil sie nicht betriebs- und verkehrssicher waren. Im Kanton Uri gibt es 112 Betriebe, welche die Arbeits- und Ruhezeitverordnung (ARV) zu beachten haben. Es wurden 18 Betriebe kontrolliert. Zwei Betriebsinhaber und 18 Arbeitnehmende wurden 2006 verzeigt.
Quellen / Literatur:
UW 20, 17.3.2007
-------------------------
|
|
DAS HEUTIGE DATUM
|