Urner Ereignisse an einem bestimmten Tag
Dienstag, 18. März 2008
Revision Ortsplanung: Andermatt setzt Anteil Erstwohnungen fest
Patentlösungen für das Problem von ausuferndem Zweitwohnungsbau gibt es nicht. Die Gemeinde Andermatt hat dennoch für sich Möglichkeiten gefunden. Laax hat einen Zweitwohnungsanteil von 81 Prozent. An geschlossene Fensterläden, menschenleere Quartiere und kalte Betten haben sich die Einheimischen im Bündner Skiort schon lange gewöhnt. In Andermatt soll das nicht passieren, obwohl es durch das Tourismusresort von Samih Sawiris als Feriendestination und damit als Zweitwohnungssitz immer attraktiver wird. Nun hat die Gemeinde Andermatt an einer öffentlichen Kundgebung ihre Massnahmen vorgestellt, wie man künftig gegen den ausufernden Zweitwohnungsbau vorgehen könnte. Die Urschner Gemeinde hat, das Tourismusresort eingerechnet, bereits einen Anteil von 54 Prozent an Zweitwohnungen. Nun soll dem Bauboom ein Riegel geschoben werden. "Wir wollen keine Schläfersiedlungen mit geschlossenen Rollläden", betonte Gemeindepräsident Karl Poletti.
Die ausgearbeiteten "Vorschriften zur Regelung des Erstwohnungsanteils" wurden als Zusatzartikel im bestehenden Bau- und Zonenplan Andermatt festgehalten. Der minimale Erstwohnungsanteil soll auf 50 Prozent festgelegt werden. Dieser Wert betrifft alle Bauzonen südlich der Bahnlinie. Ausgenommen ist nur der Obere Wiler. In diesem Gebiet hat die Kommission einen Anteil von 30 Prozent Erstwohnungen festgelegt. Damit ist aber nur die Neubautätigkeit angesprochen. Bereits gebaute Zweitwohnungen fallen nicht unter die neue Reglementierung.
Insgesamt sind in Andermatt noch rund 2,8 Hektaren Land als Bauzone ausgewiesen. Es bleiben noch rund 190 Wohnungen in Neubauten zu realisieren. Einheimische können somit noch gut 60 bis 100 Wohnungen für sich in Anspruch nehmen.
Aus der Bevölkerung waren gemischte Meinungen zu hören. Eine Festsetzung auf 50 Prozent funktioniere nicht, sagte ein Besucher. Eine 25-Prozent-Marke erachte er als Maximum. Ein anderer lobte die Arbeit und meinte, es müsse dringend etwas geschehen, sonst würde den Einheimischen die Wohnbasis untergraben. Am 18. März stimmt der Souverän über die "Vorschriften zur Regelung des Erstwohnungsanteils" ab.
Quellen / Literatur:
UW 12, 16.2.2008
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DAS HEUTIGE DATUM
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