Urner Ereignisse an einem bestimmten Tag
Samstag, 26. Mai 2007
Bertrand Piccard am Tag der Visionen
«Erneuerbare Energien können sehr sexy sein»
Wenn Bertrand Piccard spricht, hört man unweigerlich zu. Das ist auch nicht weiter verwunderlich. Aussagen wie «Es ist dumm zu glauben, dass wir eine sichere Welt haben werden, wenn die Hälfte der Menschheit arm ist» oder «Wenn wir so weitermachen wie bisher, laufen wir in eine Katastrophe» fesseln, schreien nach Antworten. Diese zu geben ist Bertrand Piccards Ziel. Auch wenn er nicht auf alle Fragen eine Antwort findet. Am vergangenen Samstag war der Abenteurer und Psychologe zu Gast im Kanton Uri. Anlässlich des «Tags der Visionen» hielt er ein Referat im Theater(uri) und überzeugte die Zuhörerinnen und Zuhörer, dass Umweltschutz Spass machen und sogar sehr sexy sein kann.
Auf den eigenen Vorteil bedacht
In jeder Zeitepoche habe es gewisse Überzeugungen gegeben, die sich als Wahrheit festsetzten, sich aber später als Fehler entpuppten. «Auch in unserer Zeit folgen wir Überzeugungen, die uns daran hindern, zu denken», sagte Piccard. Diesen will er auf den Grund gehen und sie in eine andere Richtung drehen. Im Vordergrund seiner Bemühungen steht immer der Umweltschutz. «Jetzt ist der Moment aufzuwachen», sagt Piccard einhellig. «Wir sind auf dem Weg in eine Krise.» Vor allem das Thema Energie spricht Bertrand Piccard dabei an, so zum Beispiel die Öl-Ressourcen, die sich dem Ende zu neigen. Der einzige Ausweg für die drohende Energieknappheit sieht er in neuen Technologien und erneuerbaren Energien. «Das wichtigste ist, dass wir eine Win-Win-Situation für Ökonomie und Ökologie schaffen», sagt er. Mit gezielten Anreizen für die Wirtschaft soll dies erreicht werden. Man brauche eine nachhaltige Entwicklung, damit am Schluss beiden Seiten geholfen sei. Damit helfe man zudem, die Armut zu bekämpfen, was er als grösste Bedrohung der Menschheit sieht. «Menschen in Armut, die nichts mehr zu verlieren haben, sind gefährlich», sagt er. «Es sollte unser Interesse sein, das zu unterbinden.» Somit macht er das Interesse jedes einzelnen am Umweltschutz von neuen Technologien abhängig. «Die wenigsten Menschen interessiert wirklich, was in 50 Jahren mit unserem Planeten passiert», so der 49-jährige Psychologe. «Sie sind auf ihren eigenen jetzigen Vorteil bedacht, wollen Wohlstand erleben und wollen Autofahren oder Flugzeugfliegen.» Diese menschlichen Eigenschaften gelte es zu erkennen, an-
sonsten sei ein nachhaltiger Umweltschutz nicht möglich. Nicht bedrohen und verbieten, sondern reizen sei die Devise. «Erneuerbare Energien und neue Technologien können sehr reizvoll, sehr sexy sein», sagt er schmunzelnd. Mache man diese Technologien profitabel, dann hätten alle etwas
davon, die Umweltschützer und
die Wirtschafter. «Finden wir profitable neue Energiequellen, neue Produkte, können wir Umweltschutz betreiben, ohne die Leute in ihrem Wohlstand zu bedrohen.» Damit zeige man auf, wie viel Vorteile geschaffen würden, wenn man gut umgehe mit der Natur.
Abenteuer muss menschlich sein
Um erneuerbare Energien profitabel zu machen und neue Wege für den Gebrauch aufzuzeigen, schmiedet Bertrand Piccard bereits wieder an einem neuen Projekt. Nach seiner Ballonfahrt rund um die Welt, will er den Globus mit einem Solarflugzeug umkreisen. Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Solarflugzeuge auch in der Nacht fliegen können, ohne Sonnenlicht. «Frühere Flüge konnten das nicht und zeigten damit nicht die Vorteile der Solarenergie, sondern die Limitierung dieser Energiequelle auf», begründet Bertrand Piccard sein Bemühen. Bereits gab es kleine Solarflugzeuge, die Energie speichern konnten. Bisher waren diese aber nicht bemannt. Das will Bertrand Piccard ändern. «Wollen wir die Leute auf erneuerbare Energien neugierig machen, müssen wir ein menschliches Abenteuer landen, nicht nur ein technologisches», sagt der Visionär.
Gekonnt jongliert
Als Psychologe versteht es Bertrand Piccard sehr gut, Wissenschaft mit Psychologie und Umweltschutz zu verbinden. Seine Aussagen erscheinen logisch und einleuchtend. Er jongliert gekonnt mit Humor, kräftigen Aussagen und eindrücklichen Bildern, sodass man sich dem Abenteurer kaum entziehen kann.
Quellen / Literatur:
UW 41, 30.5.2007
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Samstag, 26. Mai 2007
Winterolympiade 2018 im Gotthardgebiet - Andermatt soll olympisch werden
Russische Oligarchen wollen die Winterolympiade nach Andermatt holen. Sofern die Schweiz hilft, «Putins Spiele» in Sotschi zu unterstützen. Gemeindepräsident Karl Poletti glaubt an einen PR-Gag.
Es hört sich an wie ein Aprilscherz. Andermatt soll der Austragungsort für die Olympischen Winterspiele 2018 werden. Das zumindest behauptet der Zürcher Kommunikationsberater Klaus J. Stöhlker. Offenbar verhandeln schon vor dem Kongress des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in Guatemala-City vom 4. Juli. Russische Milliardäre, die Wladimir Putin nahe stehen, mit Schweizer Beratern über eine mögliche Nomination Andermatts für die Winterolympiade. Nötig für die Hilfe aus dem Osten ist laut Stöhlker, dass sich die Schweiz dafür einsetzt, die Winterspiele 2014 nach Sotschi zu vergeben. Die Olympiade von Sotschi seien «Putins Spiele», erklärt Klaus J. Stöhlker. «Den Russen ist sehr viel daran gelegen, die Spiele in ihr Land zu holen.» Das Kommunikationsbüro von Klaus Stöhlker hat seit langem gute Kontakte zu Russischen Industriellen. «Wir haben ihnen gesagt, wir helfen euch für eure Station», sagt er. Gespräche hätten stattgefunden, Strategien seien ausgearbeitet worden. Wie weit man mit den Verhandlungen stehe, könne zurzeit aber nicht genau beziffert werden.
Quellen / Literatur:
UW 40, 26.5.2007
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DAS HEUTIGE DATUM
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