GESCHICHTE

Allgemeines Geschichtsforschung

ZEITGESCHICHTE

Zeitraum Steinzeit Bronzezeit Eisenzeit Kelten Römer Alemannen Früh- und Hochmittelalter Tells Legende Altes Uri Helvetik Mediation bis Regeneration Neuzeit

LOKALGESCHICHTE

Ereignisse Gemeinde

PERSONENGESCHICHTE

Personenregister

THEMEN

Brauchtumsgeschichte Kirchengeschichte Kulturgeschichte Sportgeschichte Verkehrsgeschichte

Urner Ereignisse an einem bestimmten Tag

Mittwoch, 9. September 2026

Mittwoch, 9. September 2009
Schwerverkehrszentrum Ripshausen offiziell eröffnet
«Ripsi» nennt Bundesrat Moritz Leuenberger das ultramoderne SVZ Uri. Am 9. September wurde es offiziell eröffnet. Hier werden künftig 150 LKW pro Tag kontrolliert. Am 09.09.09 geboren zu werden sei ein besonderes Glück, meinte Bundesrat Moritz Leuenberger am vergangenen Mittwoch bei seiner Ansprache zur Eröffnung des Schwerverkehrszentrums Ripshausen in Erstfeld. Das Schwerverkehrszentrum (SVZ) ist ein einmaliges Bauwerk, wie es derzeit in ganz Europa kein vergleichbares gibt, vollgestopft mit modernster Technik. Hier sollen künftig die Lastwagen, deren Ladung und die Chauffeure kontrolliert werden. Moritz Leuenberger nannte das SVZ Ripshausen an der Eröffnungsfeier liebevoll «Ripsi». «Ripsi ist für alle da, «Ripsi» hat alle gern: die Alpeninitiative wie die Chauffeure, die Urner wie den Bundesrat, die Schweiz, Europa und die ganze Welt.» Stolz auf Uri Ist «Ripsi» wirklich jedermanns Freund? Der Landbedarf für dieses Bauwerk mitten im Urner Talboden war ja gigantisch. Und die Chauffeure dürften eine umfassende Kontrolle – pro Tag werden rund 150 Lastwagen und Chauffeure stichprobenartig kontrolliert, das sind rund 10 Prozent des gesamten Schwerverkehrs in Fahrtrichtung Süd – wohl stets als unangenehmen Zeitverlust empfinden. Uris Baudirektor Markus Züst sagte, die Urnerinnen und Urner hätten sofort Verständnis für die Notwendigkeit des Schwerverkehrszentrums gehabt und die Regierung zu einer raschen Umsetzung gedrängt. Der Standort Ripshausen sei sowohl ökonomisch als auch ökologisch – trotz des grossen Landverlustes – vertretbar und liege erschliessungstechnisch ideal. Zudem sei die Anlage kompatibel für neue Instrumente wie die Alptransitbörse. «Es ist dank transparenten Gesprächen gelungen, alle Beteiligten wie die Alpeninitiative, Umweltverbände und Nachbarn zu einer einvernehmlichen Lösung zu bringen und alle Einsprachen zu bereinigen. Da bin ich ein wenig stolz auf Uri», so Markus Züst. Zum Wohl der Chauffeure Das SVZ diene in erster Linie den Chauffeuren selber, betonte Bundesrat Moritz Leuenberger. In der angespannten wirtschaftlichen Lage sei die Gefahr von Lohndumping sehr gross. Um billiger und effizienter zu transportieren als die Konkurrenz, würden nicht selten die Ruhezeiten vernachlässigt oder würde das Gefährt überladen. Mit umfangreichen Kontrollen gelte es, dies zu verhindern. Die Kontrollen könnten sich nun aber in Würde abspielen. «Die Chauffeure müssen nicht mehr auf dem Standstreifen warten, stets am Rande des Nervenzusammenbruchs.» 3 bis 4 Minuten Der Urner Sicherheitsdirektor Josef Dittli führte aus, das SVZ leiste einen markanten Beitrag zur Hebung der Sicherheit. Es entfielen die Warteräume auf der Autobahn mit den vielen gefährlichen Situationen. Und die Bevölkerung entlang der Autobahn sei nicht mehr dem Lärm, Gestank und Unrat ausgesetzt. Die Kontrollen würden zügig und – wenn sich keine Beanstandungen aufdrängen – mit kleinstem Zeitverzug für das Fahrpersonal abgewickelt, versprach Josef Dittli. Gemäss Polizeikommandant Reto Habermacher dauert eine Fahrzeugkontrolle, bei der es nichts zu beanstanden gibt, 3 bis 4 Minuten. Im Extremfall könne es aber vorkommen, dass ein Chauffeur mehrere Tage auf die Weiterfahrt warten müsse. Dann nämlich, wenn sich sein Spediteur oder Disponent so lange Zeit lasse mit der Überweisung einer allfälligen Kaution. Defekte Fahrzeuge werden nicht im SVZ repariert. Das Personal helfe aber bei der Vermittlung einer geeigneten Werkstatt in der Umgebung. Auch bei überladenen Lastwagen kann die Überlast nicht auf dem Areal zwischengelagert werden. «Epochales Werk» Josef Dittli hob hervor, dass das SVZ auch Arbeitsplätze im Kanton Uri schaffe. Mit der Betriebsaufnahme wurden 38 neue Stellen geschaffen. Bei Vollbetrieb anfangs 2010 werden es insgesamt 52 neue Stellen sein. Josef Dittli bedankte sich beim Bund und bei den Verantwortlichen des Kantons, dass die Realisierung «dieses epochalen Werkes» möglich wurde. «Sie haben gemeinsam ein Werk realisiert, das es in dieser umfassenden Form weltweit noch nicht gibt.» Das Schwerverkehrszentrum in Uri ist das erste SVZ in dieser Grösse. Landesweit werden Kontrollzentren errichtet, dies im Rahmen des Uvek-Projektes «Intensivierung der Schwerverkehrskontrollen». Angestrebt werden unter anderem eine erhöhte Sicherheit auf der Nord-Süd-Route, die Reduktion der Auswirkungen des Schwerverkehrs auf den übrigen Verkehr und auf die Umwelt, die Verhinderung von Staus sowie die Beachtung des Konkurrenzprinzips Strasse/Schiene. «Strasse und Schiene sollen gleich lange Spiesse haben», so Verkehrsminister Moritz Leuenberger. Kontroll- und Warteraum Die Anlage in Erstfeld hat neben der Kontrollfunktion auch die Aufgabe eines vorgelagerten Warteraums für das Tropfenzählsystem am Nordportal des Gotthard-Strassentunnels. Und bei Friktionen auf der Transitachse durch den Gotthard nimmt das SVZ Ripshausen die Aufgabe als Warteraum für Schwerfahrzeuge wahr. «Wenn es keine Friktionen gäbe, würde ein Drittel des Platzes ausreichen», sagte Reto Habermacher gegenüber dem «Urner Wochenblatt». Doch seit der Eröffnung des Warteraumes im vergangenen Frühling kam es bereits vor, dass fast sämtliche 495 Plätze für 40-Tonnen-Fahrzeuge belegt waren. Markus Züst nutzte die Gelegenheit, Bundesrat Leuenberger eine aktuelle Urner Forderung mitzugeben. Uri leiste mit dem SVZ und der Neat einen grossen Beitrag zur Verkehrsverlagerung. Für Uri gehöre der neue Axentunnel auf der Neat-Zufahrtstrecke unbedingt ins Konzept Bahn 2030. «Der Axen ohne Ausbau wird zum Kapazitätsengpass und verdrängt den Regionalverkehr. Dies ist für uns nicht tragbar.»
Quellen / Literatur: UW 71, 12.9.2009

-------------------------
   

 

 
DAS HEUTIGE DATUM

09.09.2026

Ereignisse vor einem Jahr
Ereignisse an diesem Datum

 

 

Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 13.08.2026