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Sonntag, 11. Oktober 2026

Montag, 11. Oktober 2010
Hotel La Claustra - Pächter Kündigt, Besitzerin geht Konkurs
Ein aussergewöhnliches Hotel erfordert spezielle Investitionen. Dazu war die Eigentümerin nicht bereit. Die Fondazione La Claustra hat Konkurs angemeldet. Als Sämi Honegger vor drei Jahren den Pachtvertrag des Hotels La Claustra auf dem Gotthardpass unterzeichnete, hatte er Grosses vor: das aussergewöhnliche Seminar- und Individualhotel tief im Berg sollte sich etablieren und die Öffnung des Betriebes möglicherweise von vier auf acht Monate ausgedehnt werden. Ersteres ist dem Gastronomen der Barest AG in Luzern gelungen. Sämi Honegger kann auf drei «sehr erfolgreiche» Saisons zurückblicken. Mit seinen Ideen und Visionen stiess er bei der Besitzerin des Hotels – der Fondazione La Claustra – jedoch auf taube Ohren. Der Pachtvertrag wurde für eine Dauer von sechs Jahren abgeschlossen. Nun zieht sich Sämi Honegger vorzeitig zurück, wie er in einer Medienmitteilung von Montag, 11. Oktober, bekannt gibt. Als Grund führt er die fehlende Investitionsbereitschaft der Fondazione La Claustra an. «Seit der Eröffnung vor acht Jahren wurde nichts mehr in den Unterhalt investiert», präzisiert Sämi Honegger gegenüber dem «Urner Wochenblatt». Das sei für einen Hotelbetrieb dieser Art schlichtweg untragbar, zumal die Feuchtigkeit im Fels «enorm hoch» sei. Er habe mehrfach versucht, mit der Fondazione La Claustra ins Gespräch zu kommen, jedoch ohne Erfolg: «Mehr als leere Versprechungen und Vertrösten auf morgen kamen dabei nicht heraus.» Nun hat Sämi Honegger genug, und er zieht definitiv einen Schlussstrich. «Es ist besser, man gibt etwas auf, bevor man nicht mehr hinter dem Produkt stehen kann», erklärt der Luzerner. Für Sämi Honegger steht fest, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis das Hotel La Claustra den Vier-Sterne-Standard verlieren wird. Sämi Honegger bedauert die Entwicklung sehr. «Ich wäre mit meinem siebenköpfigen Team gerne auf dem Gotthardpass geblieben. Aber nicht unter diesen Voraussetzungen.» Die fehlende Investitionsbereitschaft der Fondazione La Claustra kann sich Sämi Honegger nicht erklären. Ein Blick ins Handelsregister des Kantons Tessin bringt Licht ins Dunkel: Die Stiftung hat am 5. Oktober Konkurs angemeldet. «Davon wusste ich nichts», sagt Sämi Honegger. Seit Beginn des Pachtverhältnisses habe er nur selten direkten Kontakt zu den Mitgliedern der Fondazione La Claustra gehabt. «Meist lief alles über den Anwalt und per E-Mail.» Gründer und Stiftungsratspräsident Jean Odermatt war bis Redaktionsschluss nicht zu erreichen, und auch sein Anwalt war für eine Stellungnahme nicht bereit. Die Zukunft des Hotels La Claustra auf dem Gotthardpass bleibt also ungewiss. Am vergangenen Sonntag, 10. Oktober, wurden im «La Claustra» die letzten Gäste verabschiedet. Sämi Honegger und sein Team schliessen am kommenden Freitag, 15. Oktober, die Türen des einzigartigen Hotels auf dem Gotthardpass. Das Hotel La Claustra ist Teil des Gotthard-Projekts des Künstlers und Soziologen Jean Odermatt. Durch die Möglichkeit, ein von der Armee nicht mehr benötigtes Kernstück des ehemaligen Réduits umzunutzen, entwickelte Jean Odermatt das Konzept eines tief im Herzen des Berges gelegenen, postmodernen Klosters. Aus der künstlerischen Idee ist 1998 die Stiftung Fondazione La Claustra entstanden, deren Vision ein Forschungs- und Kommunikationszentrum auf dem Gotthard war. Seit 2004 ist das Hotel La Claustra mit 20 000 Kubikmetern Raum und einer Fläche von 4000 Quadratmetern in Betrieb – mit der Lage auf 2050 Metern über Meer das weltweit einzige Seminar- und Erlebnishotel dieser Art. Inzwischen hat Jean Odermatt im Zusammenhang mit dem Hotel bereits für eine AG und eine GmbH verantwortlich gezeichnet, die ihrerseits ebenfalls in Konkurs gingen. «Es geht mit Sicherheit weiter mit ‹La Claustra›», erklärt Jean Odermatt gegenüber dem «Urner Wochenblatt». Der Initiant des Hotels auf dem Gotthardpass reagiert damit auf die Meldungen der letzten Tage, welche die Zukunft von «La Claustra» infrage gestellt hatten. Bisher konnte das Hotel La Claustra im Gotthard-Massiv nicht gewinnbringend betrieben werden. «Mit jährlich nur fünf Monaten Öffnungszeit und 17 Zimmern ist dies nicht möglich», sagt Jean Odermatt, Gründer des Hotels und Präsident der Stiftung La Claustra, die sich wegen Konkurs in Liquidation befindet. Alleine für Strom fallen jährlich 60000 Franken Kosten an, der Grossteil für Heizung und Lüftung der Anlage. Eine Schwierigkeit sei auch die Planung der Eröffnung jeweils im Frühjahr nach der winterbedingten Schliessung. Man sei vom Wetter und von der Bereitschaft des Kantons abhängig, die Strasse zu räumen und zu öffnen.
Quellen / Literatur: UW 80, 13.10.2010

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Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 13.08.2026