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Der Nationalfeiertag im Detail

2026

Samstag, 1. August 2026



Sujet: Klettverschluss
Zweck der Bundesfeierspende: Der Schweizer Ingenieur Georges de Mestral meldete den Kettverschluss 1951 zum Patent an. Das Abzeichen 2026 wurde von Menschen mit einer Beeinträchtigung hergestellt.

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Gedanken zum 1. August – «Eine starke Gemeinschaft entsteht nicht von allein»
Landammann Daniel Furrer


Wir Urnerinnen und Urner feiern unseren Nationalfeiertag nicht als Massenveranstaltung, sondern prunklos, unkompliziert und bescheiden. Traditionellerweise nutzen viele von uns den 1. August als arbeitsfreien Tag: zum Grillieren, zum Anstossen, für Begegnungen mit Angehörigen und Freunden. Grosse Inszenierungen, wie sie andernorts selbstverständlich erscheinen, entsprechen uns weniger.
Auch bei uns werden Reden gehalten. Festreden greifen gerne auf glorifizierte Geschichten zurück und ziehen die Vergangenheit heran, als lägen dort einfache Rezepte für die Probleme der Gegenwart bereit. Doch trotz aller Verklärung der Schweiz bleibt der Grundtenor dieser Reden meist bodenständig und zuversichtlich.
Ich persönlich glaube, dass gerade diese Grundhaltung uns Schweizerinnen und Schweizer - und uns Urnerinnen und Urner - auszeichnet. Wir sind verlässlich und unkompliziert. Wir haben eine starke Verbindung zu unserer Heimat, zu unseren Traditionen und zu unseren Werten. Und wir bewahren uns im Zweifelsfall eine gesunde Skepsis gegenüber allem Abgehobenen oder Elitären.
Diese Wesensart ist enorm wichtig. Doch sie allein reicht nicht aus. Unser Land braucht eine Gemeinschaft, die zusammenhält und nicht das Trennende betont. Die Schweiz lebt von Menschen, die sich für andere einsetzen und Verantwortung übernehmen - oft ganz selbstverständlich, meist im Hintergrund und ohne grosses Aufsehen. Gerade deshalb danke ich heute den vielen Freiwilligen hier im Kanton Uri. Sie bilden das Fundament unserer Gesellschaft.
Demokratie funktioniert nur, weil unzählige Menschen bereit sind, freiwillig Zeit und Energie für andere einzusetzen. Sie engagieren sich in Behörden, Kommissionen, Schulräten, Kirchgemeinden, Genossenschaften oder Vereinen. Sie stellen sich Wahlen, übernehmen Ämter und treffen Entscheidungen - oft neben Beruf und Familie. Dieses Milizsystem ist ein Erfolgsmodell der Schweiz. Es sorgt dafür, dass politische Entscheidungen nahe bei den Menschen bleiben.
Doch freiwilliges Engagement endet nicht bei der Politik. In Uri erleben wir das Tag für Tag: bei den Frauen und Männern unserer Feuerwehren, die bereitstehen, wenn Hilfe gebraucht wird; bei den Samariterinnen und Samaritern sowie den Rettungsorganisationen, die uns unter schwierigen Bedingungen beistehen; bei den Trainerinnen und Trainern in den Sportvereinen, den Musikantinnen und Musikanten in den Musikgesellschaften, den Mitgliedern unserer Chöre, Theatergruppen und Kulturorganisationen.
Da sind Menschen, die sich in Kirchen und Pfarreien engagieren, Jugendgruppen begleiten, Seniorinnen und Senioren besuchen oder Nachbarschaftshilfe leisten. Da sind jene, die Menschen mit Behinderungen begleiten, Familien unterstützen oder sich für sozial Benachteiligte einsetzen. Sie alle investieren ihre Freizeit. Sie schenken anderen etwas, das unbezahlbar ist: Zeit, Zuwendung und Gemeinschaft.
Freiwilliges Engagement erinnert uns daran, dass nicht alles berechnet werden kann. Solidarität kennt keinen Stundenansatz und Mitmenschlichkeit lässt sich nicht in Franken messen. Wer hingegen nur zuschaut, konsumiert, fordert und erwartet, überlässt die Verantwortung anderen.
Eine starke Gemeinschaft entsteht nicht von allein. Sie entsteht dort, wo Menschen mitmachen, Verantwortung übernehmen und füreinander einstehen. Darum danke ich allen stillen Helferinnen und Helfern für ihren unschätzbaren Beitrag.
Die Schweiz wird auch künftig dann erfolgreich sein, wenn wir bewahren, was sich bewährt hat: Verantwortung, Solidarität und Gemeinsinn. Es gilt deshalb auch, dem Spaltenden entgegenzustehen. Dies auch aus der Gewissheit, dass unsere Stärke auf Vielfalt gründet.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen einen frohen Nationalfeiertag, schöne Begegnungen und viele Momente, die uns daran erinnern, wie wertvoll unsere Gemeinschaft ist.

Daniel Furrer, Landammann des Kantons Uri

01.08.2026 / Urner Wochenblatt, Nr. 60, 31.07.2026, S. 2.

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Flüelen
Bereits am Freitag, 31. Juli, eröffnet Flüelen die Feierlichkeiten mit seinem traditionellen Seenachtsfest. Zahlreiche Feststände entlang des Seebeckens sorgen für kulinarische und musikalische Unterhaltung.

Altdorf
Die Gemeinde Altdorf begeht den Nationalfeiertag mit der offiziellen Bundesfeier und einem Strassenfest. Gastgemeinde ist in diesem Jahr Huttwil aus dem Berner Oberaargau. Ab 10.00 Uhr beleben ein Waren- und Spezialitätenmarkt, Schau¬steller, musikalische Unterhaltung und ein vielfältiges Verpflegungs¬angebot das Dorfzentrum. Die offizielle Bundesfeier beginnt um 11.00 Uhr auf dem Rathausplatz, bei schlechter Witte¬rung im Festzelt auf dem Winkel. Gemeindepräsident Sebastian Züst und sein Huttwiler Amtskollege Ad¬rian Wüthrich richten ihre Festansprachen an die Bevölkerung. Musikalisch begleitet wird die Feier von der Stadtmusik Huttwil.

Rütli
Die Bundesfeier auf dem Rütli steht unter dem Motto «Klei¬dersprachen». Gemeinsam mit der Schweizerischen Trachtenvereinigung, die 2026 ihr 100-jähriges Bestehen feiert, stellt die Schweizeri¬sche Gemeinnützige Gesellschaft die kulturelle Vielfalt der Schweiz ins Zentrum. Nach der musikalischen Einstimmung auf der Schifffahrt beginnt um 13.00 Uhr die of¬fizielle Feier. Die Festrede hält Bundespräsident Guy Parmelin. Musikalische und tänzerische Darbie¬tungen sowie das gemeinsame Singen der Nationalhymne runden das Programm ab.

Seelisberg
In Seelisberg beginnt die Bundes¬feier um 16.30 Uhr auf dem Bahnhofplatz, bei Regen in der Pfarrkirche. Auf dem Programm stehen Darbietungen der Dorfvereine mit Trachtentanz, Blasmusik, Trychlern und Alphornklängen. Nach dem gemeinsamen Singen der National¬hymne laden die Restaurants im Dorf zum Nachtessen ein. Höhepunkt ist das traditionelle Feuerwerk mit Flottenparade um 22.00 Uhr über dem Brunner Seebecken, das von Seelisberg aus besonders gut zu sehen ist.

Andermatt
Andermatt feiert den Nationalfeier¬tag mit einem autofreien Dorfkern und einem Festprogramm für die ganze Familie. Ab 11.00 Uhr laden das Festzelt und die Festwirtschaft des Skiclubs Gotthard-Andermatt sowie eine Hüpfburg zum Verwei¬len ein. Ab Mittag werden kulinarische Spezialitäten angeboten, bevor am Nachmittag musikalische Unterhaltung folgt. Die Festrede hält um 17.15 Uhr Landratspräsident Pascal Arnold. Für den musikali¬schen Ausklang sorgt ab 18.30 Uhr «Werner aus Südtirol».

Urner Wochenblatt, Nr. 59, 29.07.2026. S. 5.

 

 

Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / letzte Aktualisierung: 22.08.2021