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Die Armen Seelen

DETAILS ZU DEN ARMEN SEELEN

DIE ARMEN SEELEN IN DER URNER SAGE

Anrede in den drei höchsten Namen
«... Das war aber gar nicht gemütlich für den Geschener, und endlich fragte er um Rat und erhielt den Bescheid, er solle den Toten anreden und zwar in den drei höchsten Namen. Die Geister muss man überhaupt so anreden: „Ich rede dich an in den drei höchsten Namen und behalte mir das erste und das letzte Wort vor.“ Das tat er, ... In der nächsten Nacht führten sie das miteinander aus, und jetzt stand der Geist ganz im Weissen da und war erlöst.»
Müller Josef, Sagen aus Uri, Sage 799.
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Arme Seele in Froschgestalt
«... Der sagte, es sei die Arme Seele eines Verstorbenen gewesen, der zu Lebzeiten eine Wallfahrt nach Einsiedeln versprochen und das Gelübde nicht gehalten habe. Zur Strafe habe er Froschgestalt annehmen müssen, sei jetzt aber erlöst.»
Müller Josef, Sagen aus Uri, Sage 611.
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Arme Seele zerreibt Steine
«... „Fir dich und fir ys, fir all Lytt und fir dië Aarmä Seelä.“ Da nahm das Gespenst zwei Kalksteine, zerrieb sie zu Mehl und sagte, wenn sie nicht so geantwortet hätten, wäre es ihnen ergangen wie diesen Steinen.»
Müller Josef, Sagen aus Uri, Sage 720 1.
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Arme Seelen auf dem Friedhof
«... Der Sigrist, der zur Kirche ging, um Ave zu läuten, und die Beleuchtung sah, meinte. Es seien Arme Seelen ... „Herr Pfarrer!“ schrie er atemlos, „kommet mit dem Buch und bannet die Armen Seelen, die haufenweise auf dem Gottesacker herumkriechen!»
Müller Josef, Märchen, Sagen, Schwänke, Legenden aus Uri, Nr. 47.
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Arme Seelen in Gurtnellen
«Wennd alligs ammä-nä Sunntig und Fyrtig d'Lytt vo Intschi und Gurtnällä uff Silänä-n-appä z'Chilä hennt wellä, hennt si de friëhner miëssä bim Bodmi vorby gah, und da häiget-si mängisch Armi Seelä g'seh worbä bi dem Gadä.»
Müller Josef, Sagen aus Uri, Sage 557.
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Arme Seelen sollen Wirtsgänger nach Hause treiben
«Ein Isentaler pflegte des Abends, zum Verdrusse seiner braven Frau, recht lange im Wirtshaus zu hocken. Da versprach sie den Armen Seelen eine heilige Messe, wenn sie ihn einmal nach Hause treiben würden...»
Müller Josef, Sagen aus Uri, Sage 689.
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Busse für Diebstahl von Hagstecken
«Ein Nachtbub im Isental hatte einen Hagstecken gestohlen. Nach seinem Tode musste er wandeln und wurde oft gesehen, wie er mit seinem Pfahl verlegen hin- und herlief und dabei laut und wehmütig fragte: „Wo müesä-n-äu hitüe?“»
Müller Josef, Sagen aus Uri, Sage 797.
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Das Messer mit der Spitze nach oben
«... Wenn man ein Messer mit der Schneide oder mit der Spitze nach oben gerichtet aufstellt, heisst es, das sei den Hexen gerichtet, der Teufel oder die Hexe tanze darauf; aber anderseits auch: das syg der Herrgott 'tratzet, das tue Gott leid, tue den Armen Seelen weh usw.»
Müller Josef, Sagen aus Uri, Sage 231.
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Der Geist verschwand
«Schon öfters hatte ein Schattdorfer zur Nachtzeit an einer bestimmten Stelle Einen angetroffen, der an einen Hag stiess und von dem er annehmen musste, es sei ein Geist. ... Der Geist aber verschwand und wurde nie mehr gesehen.»
Müller Josef, Sagen aus Uri, Sage 800.
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Der Jüngste Tag ist da
«... bestieg die Kanzel und predigte, der Jüngste Tag sei da; wer es nicht glaube, solle sehen, wie die Armen Seelen, die aus den Gräbern nesten (?), auf dem Friedhof herumfahren, und solle horchen, wie es den Gebeinen im Beinhaus, die zur Auferstehung sich rüsten, klirre und raschle...»
Müller Josef, Märchen, Sagen, Schwänke, Legenden aus Uri, Nr. 71.
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Die Arme Seele im Rynächt-Loch
«Im Rynächtloch litt eine Arme Seele, und man hörte sie oft weinen und jammern. Ein Bursche nahm sich vor, sie zu erlösen, drang, nachdem er gebeichtet und kommuniziert, weit in die Höhle hinein und fand dort ein Wybervölchli, sitzend auf einer grossen Kiste...»
Müller Josef, Sagen aus Uri, Sage 387 3.
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Die Armen Seelen im Beinhaus
«... „Cheemet, Herr Pfahr! Im Beihüs sind Armi Seelä und tiënt ihrä Sindä teilä.“ Aber die Armen Seelen waren verschwunden, als der Pfarrer kam.»
«... Herr Pfarrer! Herr Pfarrer! Kommet schnell, im Beinahus ist der lebendige Teufel und teilt die Armen Seelen!»

Müller Josef, Märchen, Sagen, Schwänke, Legenden aus Uri, Nr. 71 a, 72.
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Diebe müssen wandeln
«... und da begegneten ihm die Männer ganz im Weissen und dankten ihm und sagten, sie seien jetzt erlöst. Sie hätten zu Lebzeiten ihren Herrn betrogen und bestohlen und das Geld im Keller versteckt und deshalb wandlen müssen...»
Müller Josef, Märchen, Sagen, Schwänke, Legenden aus Uri, Nr. 3.
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Einführung der Armen-Seelen-Sonntage
«Die Seedorfer sahen oft nachts ganze Bittgänge von Menschengestalten, die alle je ein Lichtlein in den Händen trugen, von Bolzbach herkommen. Sie dachten, es seien Arme Seelen, und teilten es ihrem Pfarrer Kaspar Imhof (1797–1838, +1843) mit, und der führte dann die Seelensonntage ein. Seitdem wurde diese nächtliche Erscheinung nicht mehr beobachtet.»
Müller Josef, Sagen aus Uri, Sage 455.
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Geweihte Sachen gegen Arme Seelen
«... Trotzdem gab er sein Vorhaben nicht auf, denn er dachte, er könne da vielleicht eine Arme Seele erlösen, „Fircht’s-der nyt, sä g’scheht-der nyt, dä gah’sch!“ sagte er sich, nahm geweihte Wachskerzen, ein Buch, Wein, Fleisch und Brot und machte sich auf den Weg...»
Müller Josef, Märchen, Sagen, Schwänke, Legenden aus Uri, Nr. 2.
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Glasscheibenhund als Arme Seele?
«Gäpperli in Amsteg beschreibt ihn folgendermassen: »Der Glasschybähund häig uf d'r Stirnä-n-äs runds, gliëigs Aïg g'ha. Är syg immer a d'r linggä Syttä-n-a dä Lyttä vorby, nië uf der rächtä. Sy heigäd-ä z'Stäg und i dä Grindä (Wiesen zwischen Amsteg und Silenen) vill g'seh, und är syg bis i ds Schächädall innä g'gangä. Summ hennt g'meint, äs syg d'r Tyfel, und summ, äs syg ä Seel, wo nitt chenn erleest wärdä.»
Müller Josef, Sagen aus Uri, Sage 492 a.
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Halb schwarz, halb weiss
«... Jä, wennd das ä natyrlächä Mänsch gsy wär, hed-er gsäit, der hättet sy zächä mal erriährt. Ändlächä sägi doch einä, das gfalli ihm nitt, und da syget sy d'rvogluffä. Am Abed häiget beed gschwullä Grindä gha und häiget i ds Bett miëssä. Bis a Tod züechä häig se's 'tribä! bim Haar hätt-se's 'putzt! Jä, und wië het de der üssgseh, wo da uss der Peschä-n-üsä chu isch?« Da hed er neiwä nitt vill chennä sägä, weder ämal ä kei Chopf häig-er gha, und halbä syg-er wyssä gsy und halbä schwarzä. Speeter heiget se's düe einisch am Pfahr gsäit uder ammänä Kapizyner, baschtä-n-ämal am-mänä Geischlächä, und der häig gsäit, das syg ä-n-Armi Seel gsy ... »
Müller Josef, Sagen aus Uri, Sage 420.
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Halb schwarz, halb weiss
«... Jä, wennd das ä natyrlächä Mänsch gsy wär, hed-er gsäit, der hättet sy zächä mal erriährt. Ändlächä sägi doch einä, das gfalli ihm nitt, und da syget sy d'rvogluffä. Am Abed häiget beed gschwullä Grindä gha und häiget i ds Bett miëssä. Bis a Tod züechä häig se's 'tribä! bim Haar hätt-se's 'putzt! Jä, und wië het de der üssgseh, wo da uss der Peschä-n-üsä chu isch?« Da hed er neiwä nitt vill chennä sägä, weder ämal ä kei Chopf häig-er gha, und halbä syg-er wyssä gsy und halbä schwarzä. Speeter heiget se's düe einisch am Pfahr gsäit uder ammänä Kapizyner, baschtä-n-ämal am-mänä Geischlächä, und der häig gsäit, das syg ä-n-Armi Seel gsy ... »
Müller Josef, Sagen aus Uri, Sage 420.
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Heilige Messe erlöst Arme Seele
«... Da dankte ihm dieser mit grosser Herzlichkeit und sagte: „Jetzt hast du mich erlöst. Wegen einer einzigen heiligen Messe musste ich hier wandlen. Gehe und sage deinem Pfarrer, du habest eine Arme Seele erlöst.»
Müller Josef, Sagen aus Uri, Sage 780.
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Kind stirbt wegen Armen-Seelen-Erscheinen
«... Plötzlich fuhr er auf und schrie laut: „Ä Ma, ä Ma! är streckt d'Händ gäg-m'r und will mi nä!“ Seitdem war Hansli kränklich. Wieder eines Tages, als er im Bette lag, erschrak er aus dem Schlafe, fing an zu weinen und schrie: „Der Ma will mi wider nä!“ Von dieser Stunde an verlor er das Bewusstsein, und nach wenigen Tagen wurde er ein Engelein. In jener Laube holte man einige Balken, um ihm ein Totenbett und einen Totenbaum zu zimmern. Jetzt wussten sie, was das geheimnisvolle Gerümpel bedeutet hatte. „Da hennd äu Arm Seelä 'planget,“ meint die Erzählerin.»
Müller Josef, Sagen aus Uri, Sage 645.
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Landesmarcher muss als Arme Seele büssen
«... Er redete sie an, und jetzt gaben sie sich als ehemalige Landsmarcher zu erkennen und bekannten, in ihrem Leben die Marchen zu Gunsten ihrer Anverwandten gefälscht zu haben. Auch baten sie ihn flehentlich, die Sache in Ordnung zu bringen...»
«... „Ich habe die Marchen meines Eigentums, das jetzt deinem Herrn, meinem Bruder, gehört, auf Allmend und fremdes Eigen hinausgerückt. Sobald sie mein Bruder wieder auf ihren gehörigen Standort zurückstellt, werde ich erlöst sein.“»

Müller Josef, Sagen aus Uri, Sage 793, 795.
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Licht für Fuhrmann
«Von der stockfinstern Nacht überrascht und nicht wissend, wo aus und wo ein, nahm ein Fuhrmann seine Zuflucht zum Gebet und versprach eine heilige Messe für die Armen Seelen. Da kam ein Licht daher und fuhr wie ein brennender, treibender Haspel vor ihm her durch die Strasse. Mit dieser Beleuchtung konnte er jetzt fahren bis zu Haus und Heim.»
Müller Josef, Sagen aus Uri, Sage 472 a
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Mutter als arme Seele erlöst
«... Als der Wanderer am nächsten Tage mit dem Bauer zur Stelle kam, war es seine eigene Mutter! Eine Arme Seele, die er nun erlösen konnte. Aber ich weiss nicht mehr alles zu erzählen.»
Müller Josef, Sagen aus Uri, Sage 573.
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Offenhalten der Haustüren für die Armen Seelen
«... Ja, das ist nie von Gutem, die zwei Haustüren gegeneinander offen zu halten, da bekommen die Armen Seelen das Recht, einzutreten.»
Müller Josef, Sagen aus Uri, Sage 432.
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Rasur als Erlösung
«... aber einmal habe ich meinem Feind die Gurgel abgeschnitten, und beim Tode wurde mir geoffenbart, ich müsse da wandeln, bis ich wieder einmal einen Lebenden rasieren könne. Und das ist jetzt geschehen, und ich bin erlöst.»
Müller Josef, Märchen, Sagen, Schwänke, Legenden aus Uri, Nr. 4.
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Sauber melken am Karfreitag
«... Es ging eine alte Sage unter dem Volk, wenn ein Mensch imstande sei, am Karfreitag „unterm Passion“ die Kuh ganz sauber bis auf den letzten Tropfen auszumelken, ohne dabei auch nur ein einziges Wörtchen zu verlieren, der könne die zwei Armen Seelen erlösen, und dann werde auch die verwüstete Alp in ihrer alten Herrlichkeit erstehen...»
Müller Josef, Sagen aus Uri, Sage 101 a.
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Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 12.12.2019