Klösterlicher Grundbesitz in Uri
Kloster Engelberg
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Engelberg übte keine umfassende Grundherrschaft über Uri aus. Dafür bestanden über viele Jahrhunderte enge Beziehungen durch Grundbesitz, Grenz- und Alpfragen, kirchliche Kontakte sowie durch zahlreiche Urner, die als Schüler, Mönche und sogar Äbte nach Engelberg kamen.
Die Benediktinerabtei Engelberg wurde zu Beginn des 12. Jahrhunderts gegründet. Als eigentlicher Gründer gilt Konrad von Sellenbüren, ein Angehöriger eines bedeutenden Zürcher Adelsgeschlechts. Die Klostergründung wird gewöhnlich auf 1120 datiert. Aus der geistlichen Niederlassung entwickelte sich rasch ein bedeutendes Benediktinerkloster, das nicht nur das Engelbergertal prägte, sondern durch seinen umfangreichen Grundbesitz und seine Beziehungen weit über das Tal hinauswirkte.
Neben dem Männerkloster entstand im 12. Jahrhundert auch ein Frauenkonvent. Engelberg war somit während Jahrhunderten ein Doppelkloster. Erst 1615 wurde der Frauenkonvent nach Sarnen verlegt, wo daraus das Benediktinerinnenkloster St. Andreas hervorging. Nach dem grossen Klosterbrand von 1729 entstand die heute charakteristische barocke Klosteranlage.
Wie Disentis in Ursern war auch Engelberg nicht nur ein geistliches Zentrum, sondern eine Grund- und Territorialherrschaft. Die Abtei verfügte über umfangreichen Grundbesitz und Herrschaftsrechte im Engelbergertal. Der Abt war damit gleichzeitig geistlicher Oberer, Grundherr und weltlicher Herrschaftsträger.
Für Uri ist vor allem die geografische Nachbarschaft von Bedeutung. Das Engelbergertal grenzt im Hochgebirge unmittelbar an das Urner Gebiet. Dadurch entstanden zwangsläufig Beziehungen und Konflikte um Alpen, Weiderechte, Grenzen und Nutzungsrechte.Engelberg war gegenüber Uri vor allem Nachbar, Grundbesitzer und kirchlicher Partner.
Im mittelalterlichen Alpenraum waren Grenzen keineswegs so eindeutig festgelegt wie heute. Entscheidend war häufig nicht eine exakt vermessene territoriale Linie, sondern die Frage, wer eine Alp nutzen, Vieh auftreiben, Holz schlagen oder bestimmte Wege benutzen durfte. Zwischen dem Engelbergertal und den angrenzenden Urner Gebieten mussten deshalb immer wieder Nutzungs- und Grenzfragen geregelt werden. Besonders betroffen waren naturgemäss die hochgelegenen Alpgebiete (Surenen) zwischen dem Engelbergertal und dem Urner Reusstal beziehungsweise seinen Seitentälern.
Eine interessante Verbindung entstand durch Urner Mönche und Klosterschüler in Engelberg. Das Kloster besass eine bedeutende Klosterschule und zog auch junge Männer aus Uri an.
Quelle / Literatur:
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KLÖSTERLICHE
EREIGNISSE IM DETAIL
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KLÖSTERLICHE GRUNDHERRSCHAFTEN
KLÖSTERLICHER GRUNDBESITZ
FRÜHMITTELALTER
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