Klösterlicher Grundbesitz in Uri
Kloster Rathausen
1259 - 1848
Das ehemalige Zisterzienserinnenkloster Rathausen lag an der Reuss bei Ebikon, unmittelbar ausserhalb der Stadt Luzern. Seine Geschichte begann mit einer Schwesterngemeinschaft in Horw. 1245 schenkte der Luzerner Bürger Peter Schnyder den Frauen Land im Riedholz bei Ebikon. 1251 erlaubte Bischof Eberhard von Konstanz den Bau einer Kapelle, von Wirtschaftsgebäuden und eines Friedhofs. Er bezeichnete den Ort als domus consilii, «Haus des Rates» beziehungsweise «Haus vom guten Rat», woraus sich der Name Rathausen entwickelte. 1259 wurden Kirche und Kloster geweiht.
Der Klosterbesitz bedeutete nicht, dass Rathausen «über Uri herrschte». Vielmehr war die mittelalterliche Herrschaft zersplittert. Im Laufe des 13. und 14. Jahrhunderts versuchten die Urner zunehmend, solche fremden Herrschafts- und Besitzrechte abzulösen. Nachdem die Talschaft wirtschaftlich genügend erstarkt war, kaufte sich Uri 1359 aus der Abhängigkeit der Klöster frei. 1848 hob der liberal dominierte Luzerner Grosse Rat die Klöster Rathausen und St. Urban auf. Rathausen wurde enteignet, und die Schwestern mussten ihre jahrhundertealte Heimat verlassen.
Das Kloster besass Streugüter (Schnyder von Schauensee) in Uri. Es vergabte die Güter als Erblehen gegen feste Geldzinsen. Das Urbar von Rathausen aus der Zeit um 1270-1280 verzeichnet Güter in Ripshausen, auf Seelisberg (bei der Kirche und zu Stocken), gegen Emmetten (Radelfingen und Wiler), im Schächental (Seewli, Butzen, Äsch, Hellprächtig), in Bürglen (Stiege, Bittleten, Niederrieden), Altdorf (Oyen an der Reuss), Seedorf (Baumgartnerbesitz, Geren).
Stadler-Planzer Hans, Geschichte des Landes Uri, Bd. 1, S. 126 f.
Quelle / Literatur:
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