Urner Institutionen fürs Alter
Pro Senectute Uri
seit:
1979
Gitschenstrasse 9, 6460 Altdorf,
Pro Senectute entstand aus dem Bestreben, die verbreitete Altersarmut in der Schweiz zu lindern. Am 23. Oktober 1917 gründeten zehn Männer unter dem Patronat der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft die Stiftung «Für das Alter». Damals bestand noch keine eidgenössische Altersversicherung. Wer im Alter nicht mehr arbeiten konnte und weder Vermögen noch ausreichende Unterstützung durch Angehörige besass, war häufig auf Armenfürsorge und Wohltätigkeit angewiesen. Die neue Stiftung wollte bedürftigen älteren Menschen helfen, das Verständnis für ihre Lebenssituation stärken und die Einführung einer gesetzlichen Altersversicherung unterstützen. Ihre Hilfe sollte Frauen und Männern unabhängig von ihrer Konfession zugutekommen.
Von Anfang an setzte die Stiftung auf kantonale Organisationen und örtliche Vertrauenspersonen. Diese sammelten Spenden, kannten die Verhältnisse in den Gemeinden und vermittelten Unterstützung an bedürftige Menschen. In Uri entstand 1919 eine eigene Sektion. Damit gehörte der Kanton zu den frühen Trägern der schweizerischen Altersfürsorge. Im Vordergrund stand zunächst die materielle Hilfe. Sie sollte dort einspringen, wo eigene Mittel und familiäre Unterstützung nicht ausreichten. Die Urner Organisation blieb dabei Teil einer landesweiten Bewegung, deren gemeinsames Ziel eine bessere Absicherung des Alters war.
Die Stiftung verstand ihre Unterstützung als unmittelbare Hilfe und zugleich als Beitrag zu einer längerfristigen Lösung. Sie setzte sich deshalb für die Altersversicherung ein. Die 1925 angenommene Verfassungsgrundlage brachte die AHV zwar einen wichtigen Schritt voran, doch bis zu ihrer Einführung vergingen weitere Jahrzehnte. In dieser Zeit blieb die Unterstützung durch die Stiftung notwendig. Ab 1928 erhielt sie jährliche Zuschüsse des Bundes, um die zahlreichen Hilfsgesuche besser erfüllen zu können.
Mit der Einführung der AHV am 1. Januar 1948 veränderte sich die Altersfürsorge grundlegend. Ältere Menschen erhielten nun einen gesetzlichen Rentenanspruch. Die ersten Renten waren allerdings bescheiden und deckten den Lebensunterhalt vielfach nicht. Die Stiftung blieb deshalb weiterhin eine wichtige Anlaufstelle für Menschen in finanzieller Not. Der spätere Ausbau der AHV und die Einführung der Ergänzungsleistungen 1966 verbesserten die wirtschaftliche Sicherheit. Dadurch entstand mehr Raum, sich auch anderen Bedürfnissen im Alter zuzuwenden.
Seit den 1950er-Jahren erweiterten die kantonalen Organisationen ihre Arbeit. Beratungsstellen und Hilfen im Haushalt ergänzten die finanzielle Unterstützung. Mit der Zeit kamen Bildungsangebote, Bewegung, kulturelle Aktivitäten und Möglichkeiten zur Begegnung hinzu. Dahinter stand ein breiteres Verständnis des Alters: Neben der materiellen Sicherheit wurden Selbstständigkeit, soziale Kontakte und eine sinnvolle Alltagsgestaltung zu wichtigen Anliegen. Seit 1978 trägt die schweizerische Stiftung offiziell den Namen Pro Senectute, lateinisch für «Für das Alter». Ein Jahr später wurde die Pro Senectute Uri eine eigene Rechtspersönlichkeit.
Auch in Uri entwickelte sich die ursprüngliche Hilfsorganisation zu einer Fach- und Dienstleistungsstelle für Altersfragen. Zur Beratung kamen praktische Alltagshilfen und ein vielfältiges Kursangebot. Wie breit diese Arbeit geworden war, zeigte das Programm zum hundertjährigen Bestehen 2019: Es umfasste unter anderem Bewegung, kreative Tätigkeiten, Sprach- und Computerkurse sowie Informationen zu Gesundheit und persönlicher Vorsorge. Solche Angebote vermitteln Kenntnisse, fördern Fähigkeiten und schaffen Gelegenheiten, andere Menschen kennenzulernen. Das Urner Jubiläumsprogramm berichtete damals von mehr als 1’500 Urnerinnen und Urnern, die die Kurse besuchten.
Ein wichtiger Teil der Urner Entwicklung war die Unterstützung beim Wohnen zu Hause. Pro Senectute Uri führte einen Mahlzeitendienst und das Tagesheim Uri, das älteren Menschen Betreuung, Beschäftigung und Kontakte ausserhalb des eigenen Haushalts ermöglichte. Zugleich entlastete es pflegende Angehörige. Anfang 2023 ging das Tagesheim an die Spitex Uri über; im Juli 2026 folgte der Fertigmahlzeitendienst. Diese Übergänge zeigen, wie sich die Aufgaben zwischen den Organisationen der Altersarbeit weiterentwickeln und neu verteilen.
Heute ist Pro Senectute Uri eine gemeinnützige, unabhängige Stiftung mit Geschäftsstelle in Altdorf. Ihre kostenlose Sozialberatung unterstützt Menschen im AHV-Alter und deren Angehörige bei Fragen zu Finanzen, Sozialversicherungen, Wohnen und persönlichen Lebenssituationen. Beratung zur Pensionierung ist bereits vor dem Erreichen des AHV-Alters möglich. Im Auftrag des Kantons führt sie zudem die Fachstelle Altersfragen als zentrale Informations- und Anlaufstelle. Bildungs-, Bewegungs- und Begegnungsangebote ergänzen diese Arbeit.
Quellen / Literatur: www.ur.ch; www.prosenectute.ch; www.eak.admin.ch.
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EREIGNISSE BETREFFEND DIE INSTITUTION
Donnerstag, 1. Januar 2015
Kantonalkomitees Schwyz und Uri arbeiten enger zusammen
Pro Senectute Uri und Schwyz arbeiten künftig enger zusammen.Der Leiter der Pro Senectute Kanton Schwyz, Josef Steiner, führt auch die Geschäftsstelle in Altdorf in Personalunion. Die langjährige Urner Geschäftsleiterin von Pro Senectute Uri, Annie Duinmayer, wird pensioniert. Die beiden Geschäftsleitungen haben bereits im Sommer einen entsprechenden Kooperationsvertrag ausgearbeitet und die Details geregelt.
UW 102, 31.12.2014.
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