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BEZIEHUNGEN

Ausland Kantone

Urner Beziehungen zu den Kantonen



Basel-Landschaft

Der Halbkanton Basel-Landschaft hat eine Fläche von 518 km² und ist somit halb so gross wie das 1077 km² grosse Urnerland. Auf dieser Fläche zählt man 288'000 Einwohnerinnen und Einwohner. Somit gibt es knapp achtmal so viele «Basellandschäftlerinnen» und «Basellandschäftler» wie Urnerinnen und Urner (36'000). Doch in der Höhe muss sich der Kanton Uri selten scheuen. Der Dammastock und mit seinen 3'630 müM überragt die Hinteri Egg mit einer Höhe von 1'169 müM um mehr als das Dreifache. Die Egg liegt im Jura, welcher deutlich flacher als die Alpen ist. Das Baselbiet profitiert von einem sehr milden mediterranen Klima mit vielen Sonnenstunden im Jahr. Allerdings ist der Föhn, der «älteste Urner», höchstens als laues Lüftchen spürbar.

In der Alten Eidgenossenschaft bestand das Gebiet aus Teilen des Fürstbistums Basel sowie des Untertanengebiets der Stadt Basel, die 1501 der Schweizerischen Eidgenossenschaft beigetreten war. Erst 1815 gelangten durch Verfügung des Wiener Kongresses neun Gemeinden des aufgelösten Fürstbistums Basel an die Stadt Basel, während das übrige Fürstbistum dem Kanton Bern zugeschlagen wurde.
Im Jahre 1832 wehrten sich die Landgemeinden gegen die Dominanz der noch aristokratisch regierten Stadt Basel. Die linksrheinischen Gemeinden konstituierten sich als selbständiger Halbkanton Basel-Landschaft und gaben sich eine liberale, repräsentative Verfassung. In der Trennungsfrage beider Basel stand Uri jedoch auf der Seite der Stadt und fand sich mit dieser 1832 im so genannten «Sarnerbund» zusammen, der in einer Zeit, in der sich die Eidgenossenschaft in der Regenerationsfrage in Blöcke spaltete, sämtliche konservativen Stände vereinte. Landammann und Tagsatzungsgesandter Josef Maria Zgraggen (1772-1844) zählte zu jenen eidgenössischen Repräsentanten, die von der Tagsatzung in Luzern im Mai und Juni 1832 zur Vermittlung und Aufrechterhaltung zwischen der Stadt und der Landschaft entsandt wurden. Der neue Kanton wurde 1833 von der Tagsatzung der Eidgenossenschaft anerkannt.
1994 schloss sich infolge einer Volksabstimmung das bisher bernische Laufental dem Kanton Basel-Landschaft an.
Versuche einer Wiedervereinigung mit Basel-Stadt wurden 1936, 1969 und 2014 unternommen, scheiterten aber jedes Mal.
Infolge innerer Spannungen gab sich der Kanton im 19. Jahrhundert mehrfach neue, bis heute sechs Verfassungen. Uri, das bis 1928 Landsgemeindekanton war, hat deren drei (1850, 1888, 1984). Das Wappen des Kantons zeigt einen roten Krummstab mit sieben Kugeln. Eine heraldische Besonderheit ist die Linkswendung des Stabes. Diese Abwendung von der Fahnenstange symbolisiert die Loslösung vom Kanton Basel-Stadt und hebt die Unabhängigkeit hervor.

Die erste direkte Beziehung zwischen den beiden Kantonen äusserte sich in einer Geste eidgenössischer Freundschaft und Solidarität: Der junge Kanton Basel-Landschaft liess den Wassergeschädigten des Jahres 1839 in Uri die damals nicht unbeträchtliche Liebessteuer von 1'250 Franken zukommen.
Die räumlich grosse Entfernung wird dazu beigetragen haben, dass sich die Regierungen von Basel-Landschaft und Uri erst in den Jahren 1971/72 Besuch und Gegenbesuch abgestattet haben.

Basel-Landschaft hat fünf Bezirke (Arlesheim, Laufen, Liestal, Sissach und Waldenburg) mit 86 Gemeinden (Uri 20, ab 2021 19). Hauptort ist Liestal mit rund 14'400 Einwohner (Altdorf 9'400). Der einwohnerstärkste Ort hingegen ist Allschwil bei Basel (21’000). Basel-Landschaft grenzt im Norden an den Rhein, welcher dort auch die Grenze zu Deutschland bildet. Ob wild, gebannt oder längere Zeit in Seen gestaut, alles Urner Wasser fliesst einmal am Baselbiet vorbei. Egal ob als Reuss getauft, dann in Aare umbenannt und schlussendlich bis zum Meer Rhein geheissen, die Natur diktiert Uri eine natürliche Verbindung zu Basel-Landschaft mit dem Resultat einer Schicksalsgemeinschaft, nämlich der gemeinsamen Pflicht, zum Wasser Sorge zu tragen: Uri an den Quellen, Basel-Landschaft an der nationalen Grenze.
Im Gegensatz zu Uri mit dem Vierwaldstättersee und seinen Stauseen besitzt Basel-Landschaft nur zehn kleinere Weiher. Drei davon nennen sich jedoch selbstbewusst «See», wie der St. Alban-See in der Gemeinde Münchenstein, der für die Gartenbauausstellung Grün80 künstlich angelegt wurde.

Mit Augusta Raurica liegen auf baselländischem Gebiet die Ruinen einer römischen Kolonie. Uri kann aus der Römerzeit nur einige Münzen aufzeigen, die vor allem auf seinen Passübergängen gefunden wurden.

Im Gegensatz zu Basel-Stadt beginnt die Fasnacht von Basel-Landschaft am Schmutzigen Donnerstag. In Uri beginnt die fünfte Jahreszeit mit den Eröffnungskonzerten der Katzenmusik bereits am Mittwochabend. Ein Höhepunkt im Jahreskalender der Liestaler ist das «Chienbäse» am Abend des Fasnachtssonntags. Dabei werden aus Kiefernholz gebundene «Besen» von 20 bis 100 kg Gewicht brennend durch die Liestaler Altstadt getragen. Höhepunkte des Umzugs sind die etwa 20 Feuerwagen – eiserne Wagen, die jeweils mehrere Ster brennenden Holzes tragen. Besonders hoch lodern die Flammen nach der Fahrt durch das Liestaler Obertor auf. In Uri hat man hingegen eine gespaltene Einstellung zum Feuerbrauchtum. Zwar wird in manchen Dörfern zum Fasnachtsende ein «Tunggel» verbrannt. Im Hauptort gilt bei Föhn jedoch ein öffentliches Rauchverbot, da der Hauptort in seiner Geschichte schon dreimal abgebrannt ist.

Während die Basler Küche auch vom Elsass und Baden geprägt ist, haben in Uri, durch die Jahrhunderte lange Besetzung der Leventia, Tessiner Spezialitäten Einzug gehalten (Bussecca, «Ryys und Boor»). Beiden Kantonen gemeinsam ist die Mehlsuppe, vor allem als frühmorgendliche Verpflegung an der Fasnacht.
Was in Uri das «Stiär-Biär» ist in Basel-Lanschaft die Baelbieter Brauerei und die ArliBrau in Arlesheim. Sowohl Basel-Landschaft als auch Uri sind Weinanbaukantone.
Der Urner Ambros Zurfluh hat in den Jahren 1979 und 1981 das Basellandschaftliche Kantonalschwingfest gewonnen.

Text: Marius Gisler und Rolf Gisler-Jauch (www.urikon.ch)

«URNER» EREIGNISSE AN AUSSERKANTONALEN ORTEN

1971  / Freitag, 11. Juni 1971  /
Regierung von Basel-Landschaft besucht Uri
Die Regierung des Kantons Basel-Landschaft besucht erstmals Uri.
Quellen: StAUR, Unterlagen BL.
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2002  / Samstag, 23. Februar 2002  / Pratteln
Ade Nati A für die Luftgewehrschützen Erstfeld
Mit dem 7. Rang in der Meisterschaft müssen die Luftgewehrschützen Erstfeld in Pratteln an der Auf- und Abstiegsrunde teilnehmen. Nach einem Waffendefekt in der ersten Runde gibt es zwei knappe Niederlagen gegen Riedern-Glarus und Oberburg. Dies bedeutet für die Erstfelder Mannschaft nach elf Jahren NLA-Zugehörigkeit den Abschied von der höchsten Liga! Die Erstfelder Luftgewehrschützen schiessen nächste Saison in der Nationalliga B.
Quellen: UW 16, 2.3.2002
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2002  / Sonntag, 23. Juni 2002  / Basel-Land
Turnfestsieg für LA TV Erstfeld
Die Leichtathleten des Turnvereins Erstfeld glänzen am Eidgenössischen Turnfest in Basel im dreiteiligen Vereinswettkampf mit dem Turnfestsieg in der 6. Stärkeklasse. Sie verteifigen amit ihren Sieg vom letzten "Eidgenössischen" in Bern erfolgreich. Das Total von 29,56 Punkten ist insgesamt das zweitbeste, bei dem 1'200 Vereine mitmachten. Der Bürgler Andi Imhof holt sich im Nationalturnen in seiner Stärkeklasse (L3) überraschend den Turnfestsieg.
Quellen: UW 49, 26.6.2002
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2009  / Sonntag, 6. September 2009  / Riehen
Leichtathletik-SM - Urnerin wird Doppelschweizermeisterin
Die 17-jährige Altdorferin Priska Auf der Maur vom LA TV Erstfeld ist an den Schweizermeisterschaften U16/U18 in Riehen die klare Dominatorin auf der 3000-m- und 1500-m-Distanz auftrumpfte. Über 3000 Meter lässt sie von Anfang an ihre Gegnerinnen hinter sich und vermag regelmässige 80-Sekunden-Rundenzeiten zu laufen. Auf den letzten 400 Metern kann sie sogar noch aufdrehen und unterbietet ihre bisherige Urner Rekordmarke unter die magische 10-Minuten-Grenze auf 9.56.61. Am Sonntag läuft sie einen Start-Ziel-Sieg in der sehr guten Zeit von 4.38.20. Für Priska Auf der Maur ist es über 3000 Meter bereits der dritte SM-Titel in Folge und über 1500 Meter der zweite.
Quellen: UW 70, 9.9.2009
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2009  / Sonntag, 15. November 2009  / Basel-Land
Erstes Todesopfer an Schweinegrippe in der Schweiz
Erster Todesfall (fünfmonatiger Knabe) an Schweinegrippe in der Schweiz (Baselland).
Quellen: Teletext / Blick
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2017  / Montag, 3. Juli 2017  / Aesch BL
Pfadi Krönten im Goldrausch in Amerika
Sommer 1859. Grosse Enttäuschung bei den Erstfelder Pfaderinnen und Pfadern. Das Sommerlager in diesem Jahr muss ausfallen, weil die Pfadi Krönten zu knapp bei Kasse ist. Stattdessen werden alle Mitglieder der Abteilung als Arbeiter an ein reiches, irisches Paar verkauft, welches in Amerika eine Stadt erbauen will. So treffen sich alle in Erstfeld, um die Reise nach Amerika, genauer nach Aesch (BL), anzutreten. Zum Glück stellte sich das irische Besitzerpaar, Glääfi McGläfferty und Schwedl Sweed, als sehr nett und gerecht heraus. Doch wie überrascht sind die beiden, als die Vorarbeiter bereits am zweiten Abend plötzlich auf Gold stossen! Sofort verfallen Sweed und McGläfferty dem Goldrausch. Schlagartig werden die Arbeiter nun zu Goldgräbern. Jede der drei Goldgräbergruppen legt eine eigene Goldmine an. Überfälle, Entführungen, Ausflüge und eine Wanderung prägten die zwei Lagerwochen.
Quellen: UW 58, 22.7.2017, S. 17.
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2022  / Sonntag, 28. August 2022  / Pratteln
Matthias Herger wird «Eidgenoss» - Joel Wicki (ISV) Schwingerkönig
Das lange Warten für den Innerschweizer Schwingerverband hat ein Ende. 36 Jahre nach dem Königstitel von Harry Knüsel ist es am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest (ESAF) in Pratteln endlich wieder so weit. Mit einem Plattwurf in der 13. Minute über den Berner Matthias Aeschbacher krönt sich der Sörenberger Joel Wicki zum Schwingerkönig 2022.
Matthias Herger sichert sich den ersten Eidgenössischen Kranz. Nach einem Sieg im letzten Gang gegen Remo Käser beendet er das Fest auf dem Rang 8g (75,00 Punkte). Die weiteren Ränge der Urner: 12a Imhof Andi, Attinghausen, 74,00; 12g Zurfluh Michael, Attinghausen, 74,00; 13i Bissig Lukas, Attinghausen, 73,75; 16c Arnold Stefan, Attinghausen, 73,00; 22b Arnold Raphael, Bürglen, 71,50; 36i Wyrsch Marco, Attinghausen, 35,50; 38a Herger Fabian, Altdorf, 35,00; 40b Murer Andy, Flüelen, 34,50.

Quellen: www.urikon.ch
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PERSONEN MIT BEZIEHUNGEN ZWISCHEN DEN ZWEI KANTONEN

Martin Deodat
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Bürgerort: Reinach
Beruf: Kapuziner

Literatur:
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Strub Arthur
1938 -
Bürgerort: Läufelingen
Beruf: Ing. ETH

Literatur:
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Strub Emanuel
1956 -
Bürgerort: Läufelfingen
Beruf: Dr. iur.

Literatur:
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Strub Raphael
1940 -
Bürgerort: Läufelfingen
Beruf: Ingenieur HTL

Literatur:
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Werdenberg Josef
1877 - 1918
Bürgerort: Allschwil
Beruf:

Literatur:
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Zürich
Bern (Januar 2024)
Luzern (Dezember 2023)
Schwyz  (November 2023)
Obwalden (Oktober 2023)
Nidwalden (September 2023)
Glarus
Zug
Freiburg / Fribourg (Mai 2023)
Solothurn
Basel-Stadt
Basel-Landschaft
Schaffhausen (Juni 2024)
Appenzell A. Rh.
Appenzell I. Rh.
Sankt Gallen (August 2024)
Graubünden (August 2023)
Aargau (September 2024)
Thurgau
Tessin / Ticino (in Arbeit)
Waadt / Vaud (Oktober 2024)
Wallis / Valais (Februar 2024)
Neuenburg / Neuchâtel (April 2023)
Genf / Genève (April 2024)
Jura (November 2024)


Die Beziehungen zwischen Uri und den restlichen Kantonen (schwarz) befinden sich in Arbeit. In Klammern befindet sich das voraussichtliche Aufschaltdatum.

 

Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 23.05.2022